Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft

Landesverband Schleswig-Holstein - Ahrensburg e.V.

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Die Geschichte der DLRG Ahrensburg

Eine kurzer Überblick in über 60 Jahre Geschichte der DLRG-Ahrensburg.

Die Anfänge der DLRG Ahrensburg reichen bis in die dreißiger Jahre zurück. Ein junger Pädagoge an der Ahrensburger Schlossschule, Hermann Voß, 1931 dorthin versetzt, begann mit einer Kollegin, Frau Nickstadt, Schwimmunterricht einzuführen. Von der Schlossschule wurden unter seiner Leitung Schwimmfeste am Bredenbeker Teich veranstaltet, die vielleicht noch von manchem älteren Ahrensburger in Erinnerung sind. Vor allem, weil es dabei Verpflegung für die Festgäste aus der Gulaschkanone gab. Hermann Voßerwarb 1936 in Berlin den Lehrschein der DLRG und erteilte fortan den Schwimmunterricht im Rahmen der Organisation. Von diesem Zeitpunkt an wurden auch die Prüfungen für die Grund- und Leistungsscheine abgenommen.

Erst nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges konnte die DLRG mühsam wieder aktiv werden. Hermann Voß, nach 1945 Schulleiter der Schule am Hagen, ließ den Schwimmunterricht im Hamburger Freibad (!) Buchenkamp stattfinden und begann wieder, Prüfungen abzunehmen. Parallel zu seinen Bemühungen führten auch die langjährigen Mitglieder Rektorin Hannelore Stolzmann und Rektor Karl - Heinz Goldenbaum von der Reesenbüttler Schule Schwimmunterricht durch. Mit Ende des Besatzungsrechtes und der Gründung der Bundesrepublik konnten sich Vereine und Verbände wieder frei entfalten. Für die DLRG in unserem Bereich hat sich um diesen organisatorischen Aufschwung vor allem der 2. Vorsitzendes des Landesverbandes, Lehrer Wilhelm Rottgart aus Bad Oldesloe, verdient gemacht. Er wurde Initiator der Ortsgruppen in Bad Oldesloe, Bargteheide, Reinfeld und Ahrensburg.

Bei der Gründung im Sommer 1950 war die Zahl der Mitglieder in Ahrensburg außerordentlich gering. Hermann Voß übernahm die Leitung, Karl - Heinz Goldenbaum verwaltete die Kasse. Der neue Stormarner Bezirksleiter Heiner Hormann übertrug 1954 dem Ahrensburger Lehrscheininhaber Kurt Kopper die Leitung des Rettungswachdienstes für das DHG Kinderlager in St.Peter Böhl. Zur damaligen Zeit standen für den Rettungsdienst nur wenige technische Hilfsmittel zur Verfügung, es kam zum Glück zu keinen Badeunfällen.

Nach dem frühen Tod von Hermann Voß im Jahre 1959 führte Karl-Heinz Goldenbaum die Ortsgruppe kommissarisch weiter und wurde 1961 von Realschullehrer Karl - Ernst Buchheim abgelöst. Durch die Fertigstellung des Lehrschwimmbeckens der Realschule wurde es möglich, Schwimmkurse für Kinder und Erwachsene anzubieten. Der Nachholbedarf gerade auch während der Wintermonate in Ahrensburg war so groß, dass die Kurse teilweise überbelegt waren. In den Kindergruppen sammelten sich entgegen aller Erwartungen vor allem 12 - 14jährige. Nach dem Bau des Freibades 1963 normalisierte sich die Situation.

1964 wurde Kurt Kopper Nachfolger des Kameraden Buchheim , der aus beruflichen Gründen Ahrensburg verließ. Vor allem die Arbeit im Freibad erforderte einen größeren Bestand aktiver Mitglieder. Sie konnten bald gewonnen werden. Am Ende des Jahres 1964 war die Zahl der Mitglieder auf 19 gestiegen, die DLRG war somit regelmäßig im Freibad anwesend. Kurt Kopper zur Seite stand K.-H. Goldenbaum als 2. Vorsitzender, Werner Külsen ( techn. Leiter), Fritz Lempert ( Jugendwart ) und Walter Schumacher ( Kassenwart) vervollständigten den Vorstand. Zur gleichen Zeit trat auch die Feuerwehr an die DLRG mit der Bitte heran, ihre Schwimmgruppe zu betreuen. Die Leitung übernahm Eckard Langmann, der spätere Ahrensburger Wehrführer. In ähnlicher Weise wurde auch die Schwimmabteilung der Ahrensburger Versehrten- Sportgruppe durch die Rettungsschwimmer betreut.

Die drohende Stagnation im Jahre 1971, bedingt durch die schwere Erkrankung Kurt Koppers, konnte bei den anstehenden Wahlen 1972 abgewendet werden. Lothar Raddatz, langjähriges Mitglied der DLRG Lübeck und nach Ahrensburg verzogen, übernahm die Leitung der Ortsgruppe. Eine günstige Zusammensetzung des Vorstandes - halb altgediente / halb junge Mitglieder - gab der Organisation neue Impulse. Innerhalb kurzer Zeit stießen zahlreiche Jugendliche zur DLRG, ein Verdienst der rührigen Jugendwarte Bernd Riebenstahl und Bernd Pekrul. Unter der beratenden Funktion des Ehrenvorsitzenden Kurt Kopper wurde die Ausbildung im Freibad und im Lehrschwimmbecken forciert und intensiviert, an dem Wachdienst am Großensee und an der Ostsee wurde sich beteiligt. Die Lücke, die Dr. Erich Pansch ( 2. Vorsitzender ) und seine Frau Gundula ( Frauenwartin ) durch Wohnortwechsel hinterließen, konnte nach kurzer Zeit ausgeglichen werden, ebenso die durch das berufsbedingte Ausscheiden von Ausbilder Gerd Toborg.
Die Mitglieder-Schallgrenze von 200 wurde erstmals seit Bestehen der Ortsgruppe im Jahre 1974 überschritten und erforderte auch auf dem geschäftsführenden Gebiet eine Mehrarbeit, dievom Schatzmeister Jost Heinemann und der Kassiererin Elly Mann geleistet wurde. Einen Rekord gab es auch: insgesamt 66 Aktive besuchten die verschiedenen Kurse des Landesverbandes.
Am 30. August 1975 fand das erste Volksschwimmen statt, die beliebte Veranstaltung lief insgesamt 10 Mal.

1983 wurde für alle aktiven Schwimmer ein Traum war: nach jahrzehntelanger Planung wurde das neue Hallenbad "badlantic" eröffnet. Einen Wehrmutstropfen gab es gleich mit: das bauliche Konzept des Bades ließ einen Anfängerschwimmunterricht für Vorschulkinder nicht zu. Es blieb also bei den Übungsstunden im Lehrschwimmbecken der Alfred-Rust-Schule.
Um den Rettungsschwimmsport weiter zu forcieren wurde Ende 1983 der "Badlantic-Pokal" aus der Taufe gehoben. Dieser Rettungsvergleichskampf ist inzwischen über die Landesgrenzen hinaus bekannt, die begehrten Wanderpokale locken jeden November bis zu 80 Mannschaften in die Schwimmhalle.

1986 wurde zum ersten Mal das Landesjugendtreffen mit den Landesmeisterschaften im Rettungsschwimmen in Stormarn ausgerichtet. Geschwommen wurde in der Halle Bad Oldesloe und im Ahrensburger "badlantic". Die mehrtägige Veranstaltung kam bei allen Beteiligten ausgezeichnet an.

1987 löste die ehemalige Jugendwartin Cornelia Riebenstahl den seit 1972 tätigen Lothar Raddatz als 1. Vorsitzenden ab, der fortan als Pressewart fungierte. Immerhin 320 Mitglieder zählte die Ortsgruppe am Jahresende.

Zwei gravierende Ereignisse prägten das Jahr 1994: Im Frühjahr wurde im Landesverband eine Gliederungsreform beschlossen. Der Bezirk Stormarn wurde ein eingetragener Verein ( e.V.), die angehörigen Ortsgruppen in Bereiche umgewandelt. Im Sommer des gleichen Jahres wurde nach heftigen Protesten in der Öffentlichkeit das Lehrschwimmbecken der Alfred-Rust-Schule geschlossen. Die DLRG in Ahrensburg konnte keinen Anfängerschwimmunterricht mehr anbieten. Das änderte sich erst im Frühjahr 1995. Nach zähen Verhandlungen und zu erheblich reduzierten Zeiten und Teilnehmerzahlen stellte der Kreis das Lehrschwimmbecken der Ahrensburger Woldenhornschule zur Verfügung. Das Thema blieb aber aktuell. Da immer intensiver auf die fehlenden Möglichkeiten hingewiesen wurde, baute die Stadt 1999 endlich am "badlantic" an. Seitdem wird wieder im separaten Lehrschwimmbecken Unterricht erteilt.

Auf dem sportlichen Sektor entwickelte sich Ahrensburg zu einer Hochburg der Rettungsschwimmer. Zahlreiche Landesmeistertitel und Medaillenplätze bei Deutschen-, Europa- und Weltmeisterschaften konnten bis heute erschwommen werden. Mit Marco Raddatz hat die DLRG Ahrensburg einen Schwimmer in ihren Reihen, der im Juniorenbereich Deutscher Meister, Deutschlandpokalsieger und Europameister sowie in der offenen Altersklasse Weltmeisterschaftsdritter war.

Zum Jahresende 2001 legte Cornelia Riebenstahl aus privaten Gründen ihre Ämter nieder. Im Januar 2002 wählte die Mitgliederversammlung die Gliederungsleitung neu. 1. Vorsitzender wurde der aus Mölln stammende Lothar Korth, Stellvertreter wurde Lothar Raddatz. Anschließend beauftragten die Anwesenden die Leitung, die Planungen für die Eigenständigkeit Ahrensburgs vorzunehmen. Nach umfangreichen und langwierigen Gesprächen mit dem Bezirk Stormarn konnte die neue Leitung den 410 Mitgliedern zum 1.1.2003 verkünden:die DLRG in Ahrensburg ist ein selbständiger, eingetragener Verein!

Einen Schock gab es für alle im November des gleichen Jahres: eine heimtückische Krankheit setzte dem Leben Lothar Korth's ein Ende. 36jährig verstarb er in Hamburg.
Im März 2004 erklärte sich das langjährige Mitglied und Rettungssportlerin Rotraud Glißmann bereit, den Vereinsvorsitzzu übernehmen.

Einen Funken Hoffnung gab es Anfang 2009, der zum Jahresende Gewissheit wurde: nach vielen Gesprächen und Bemühungen stellte die Stadt die Räumlichkeiten bereit, die die DLRG Ahrensburg pünktlich zum 60. Geburtstag als neues Vereinsheim übernahm.

Seit Juni 2002 ist die DLRG Ahrensburg auch über das Internet erreichbar, alles über den Verein ist unter www.dlrg-ahrensburg.de aktuell zu erfahren.

Allen Genannten und vielmehr noch den zahlreichen Ungenannten, die diese Organisation tragen helfen, sei im Rückblick auf die beschriebene Zeitspanne für ihre Mühe und Unterstützung an dieser Stelle gedankt.